Ein Porträt

Gabriele Groneberg Mdb Presse

Von dem Umzug vor über 30 Jahren aus dem sozialdemokratisch geprägten Essen/Ruhr in die langjährige Hochburg der CDU, das Oldenburger Münsterland, hat sich Gabriele Groneberg nicht beeindrucken lassen: Ihre politische Heimat fand sie im SPD-Ortsverein Cloppenburg. Zehn Jahre lang war sie dessen Vorsitzende.

Die politische Laufbahn wurde Gabriele Groneberg nicht mit in die Wiege gelegt. Sie wurde 1955 geboren und ist in einer katholischen Arbeiterfamilie im Ruhrgebiet aufgewachsen. Nach dem Abschluss der mittleren Reife hat sie sich direkt ins Berufsleben gestürzt. Aufgrund ihrer Zähigkeit wurde aus der Büroangestellten die Fremdsprachensekretärin mit langjährigen Auslandsaufenthalten.


Der Weg in die Politik

Die ersten Kontakte zur Politik knüpfte Gabriele Groneberg über Mitglieder der SPD in Cloppenburg. Von 1988 bis 1996 arbeitete sie für den damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Günter Graf. Während dieser Zeit übernahm sie für zwei Jahre die Leitung der SPD-Geschäftsstelle Cloppenburg/Vechta des SPD-Bezirks Weser-Ems. Sie kennt daher die Anforderungen an hauptamtliche Mandatsträger sowie die Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger an Abgeordnete und Parteien.

Von 1991 bis zur Kommunalwahl 2001 war sie Ratsmitglied der Stadt Cloppenburg. Von 1996 bis 2001 fungierte sie als Vorsitzende der Gruppe SPD/Grüne/UWG. Im Kreistag Cloppenburg war sie von 1996 bis 2006 Mitglied. Dort führte sie von 1996 bis 2003 als Vorsitzende die SPD-Fraktion. Von 2006 bis 2010 war sie erneut Mitglied im Stadtrat Cloppenburg.

Als Nachrückerin auf der Landesliste wurde die Cloppenburgerin 1996 Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag. Bei der Arbeit im Landtag lagen ihr die kommunalen Interessen besonders am Herzen, auch wenn dabei immer wieder Kompromisse geschlossen werden mussten.

Sie war Mitglied im Ausschuss für Sozial- und Gesundheitswesen sowie im Ausschuss für Städtebau und Wohnungswesen. In der Landtagsfraktion der SPD war sie zudem noch Mitglied in verschiedenen Arbeitskreisen. Die Themen reichten von der Gentechnik bis zum Verbraucherschutz. Gabriele Groneberg war auch Schriftführerin des Landtages und damit Mitglied des Präsidiums.


Für Cloppenburg/Vechta in Berlin: Groneberg im Deutschen Bundestag

Am 22. September 2002 schaffte Gabriele Groneberg den Sprung in den Deutschen Bundestag. Die im Landtag und auf kommunaler Ebene gesammelten Erfahrungen kamen und kommen ihr bei ihrer Arbeit in Berlin immer wieder zugute.

Während der 15. Wahlperiode des Deutschen Bundestages war sie bis 2005 ordentliches Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen sowie im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zudem war sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft sowie im Innenausschuss.

Bei der Bundestagswahl am 18. September 2005 schaffte es Gabriele Groneberg über die Landesliste erneut in den Deutschen Bundestag.

In dieser Wahlperiode war sie ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz. Zudem fungierte sie als Schriftführerin des Deutschen Bundestages bis Juni 2006.

In der Arbeitsgruppe für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der SPD-Bundestagsfraktion wurde sie zur stellvertretenden Sprecherin gewählt. Sie war in der Arbeitsgruppe für die Themen Energie, Umwelt und Klima verantwortlich. Des Weiteren war sie Ansprechpartnerin für folgende Länder: Mittlerer Osten, Nord- und Westafrika, Sahelzone und den Sudan.

2012 übernahm Gabriele Groneberg die Leitung der SPD-Regionalstelle in Oldenburg. Am 26. Juni trat  sie wieder als Abgeordnete in den 17. Deutschen Bundestag ein, nachdem Garrelt Duin als Wirtschaftsminister in die Landesregierung nach Düsseldorf wechselte.

Nach dem Mandatsverzicht Sebastian Edathys im Februar 2014, zog Gabriele Groneberg mit sofortiger Wirkung wieder in den 18. Deutschen Bundestag ein. Aktuell ist sie Mitglied des Ausschusses für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Hier bearbeitet sie vor allem die Schwerpunktthemen Energie, Landwirtschaft und Datenschutz. Darüber hinaus ist sie in den Parlamentariergruppen für das östliche Afrika und die Maghreb-Staaten Mitglied, sowie die stellvertretende Vorsitzende der Parlamentariergruppe Arabisch-Sprachige Staaten des Nahen Ostens.


Vereinbarkeit von Familie, Ehrenämtern und Politik

Heirat 1974, Scheidung 1996 - wenn über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geredet wird, weiß die Mutter zweier Kinder worüber sie spricht. „Die Jahre als Alleinerziehende haben mir überdeutlich gezeigt, dass in der Theorie vieles gut zu regeln ist, bei der praktischen Umsetzung man dann aber über ganz viele Dinge stolpert." Familienpolitik ist für Gabriele Groneberg kein politischer Schwerpunkt, sondern immer selbstverständliche Grundlage bei ihrer Arbeit, „das hat man als Frau und Mutter immer im Hinterkopf." Ihre Kinder haben mittlerweile erfolgreich ihre Ausbildungen abgeschlossen und stehen voll im Berufsleben.

Vereine und Verbände sind für Gabriele Groneberg ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Darum meint sie: „Wenn ich schon aus Zeitgründen nicht selbst aktiv sein kann, will ich die Arbeit zumindest mit einer Mitgliedschaft unterstützen." Das gilt für sie beispielsweise für die wichtige Arbeit des Kinderschutzbundes, des Fördervereins inhaftierter Frauen Vechta ebenso wie für die Mitgliedschaft beim Malteser-Hilfsdienst. Darüber hinaus ist sie Mitglied in der Kreisverkehrswacht, der Interessengemeinschaften des Ortsteils oder den beiden Schützenvereinen.

Für die Cloppenburgerin ist die Kommunalpolitik „das Salz in der Suppe". Als Parteimitglied und Vertreterin in kommunalen Gremien gehört für sie die Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK) dazu. Von 2003 bis 2010 war sie Mitglied im SGK-Bundesvorstand und von 2006-2010 deren stellvertretende Bundesvorsitzende.

Ihre knapp bemessene Freizeit verbringt das Energiebündel am liebsten auf der Straße: Sie ist leidenschaftliche Motorradfahrerin.